Tischler Matousek - Handwerk verpflichtet |
| Veröffentlicht von Administrator (admin) am 17.03.2010 |
Tischler Matousek - Handwerk verpflichtet
Tischler-Familie Matousek setzt auf Qualität
Hohe Produktivität, schlanke Strukturen und schneller Service. Was Manager von Großunternehmen gerne erreichen würden, ist im klassischen Handwerksbetrieb schon seit Jahrhunderten Standard. Und wenn dann noch die ganze Familie in den Alltag eingebunden wird, entwickelt sich ein solcher Betrieb auch in schweren Zeiten stabil. Ein Musterbeispiel dafür ist die Tischlerei Matousek in der Weißenthurmer Hafenstraße.
WEISSENTHURM. Franz Matousek hat Glück gehabt. Der 55-Jährige weiß schon jetzt, dass seine Tischlerei in Familienbesitz bleibt, wenn er sich einmal in den Ruhestand zurückziehen sollte. Überzeugungsarbeit brauchte er bei seinen Töchtern Jennyfer und Nadine nicht zu leisten. Sie waren es, die auf die Idee kamen, in den elterlichen Betrieb in Weißenthurm einzusteigen.
Seit 1989 gibt es die Tischlerei in der Hafenstraße, die bereits sechs Jahre nach der Gründung in einen Neubau in der direkten Nachbarschaft umzog. Dort entsteht alles, was eine klassische Tischlerei liefern kann. Franz Matousek ist ein echter Allrounder, wobei er allerdings eine besondere Schwäche für den Bau von wertvollen Möbeln hat. "Ich habe schon früh damit angefangen, Kunst zu schaffen", sagt er und zeigt zufrieden auf eine wertvolle Kommode mit aufwendigen Intarsienarbeiten. Natürlich hat sie Franz Matousek selbst gebaut, ebenso wie das Gehäuse einer Tischuhr. Doch so gradlinig, wie es heute scheint, war der Weg von Franz Matousek nicht. In seinem "ersten Leben", war er nämlich Zimmermann.
"Damals wurden Zimmerer vor allem für den Brückenbau gesucht", erinnerte sich der Österreicher, den 1972 ein größeres Bauprojekt in die Region Mittelrhein führte. Und wie das Schicksal so spielt, lernte er in seiner knappen Freizeit die künftige Ehefrau kennen, entschloss sich zum Bleiben und begann seine zweite Ausbildung - dieses Mal zum Tischler. Gesellen- und Meisterbrief folgten, Franz Matousek wechselte in die Dienste des Koblenzer Baugeschäfts Kleffel & Hirt, das heute besser unter dem Namen des heutigen Immobiliendienstleisters Cobau bekannt ist.
Mit einem reichen Erfahrungsschatz ausgestattet, wagte Franz Matousek den Sprung in die Selbstständigkeit - mit Erfolg. "Wir sind gut ausgelastet", sagt er heute. Dennoch gibt es Dinge, die ihn ärgern. Dazu gehört die Tatsache, dass der Wert handwerklicher Arbeit nicht immer anerkannt wird. "Hauptsache billig", ergänzt Tochter Nadine. Die 26-Jährige hat gerade den theoretischen Teil auf ihrem Weg zum Meisterbrief abgeschlossen, der im Sommer 2008 abgeschlossen werden soll. "Billiganbieter sind in der Tat ein Problem. Ich weiß nicht, wie die kalkulieren. Es ist doch ohnehin so, dass wir nur die tatsächliche Abeitszeit und das Material berechnen", bestätigt Vater Franz unter Hinweis, das Beratung an Ort und Stelle sowie der Vorentwurf gratis sind. Diesen Part und die Ausführungsplanung übernimmt Tochter Jennyfer (29). Die Innenarchitektin entwirft und kalkuliert am Computer. Ausgeführt wird dann aber alles von Hand. Kleinserien, die mithilfe von CNC-Maschinen entstehen, sind nicht das Ding der Familie Matousek. "An die Schönheit eines Unikats kommen die Serien eben nicht heran. Wer sich eine Holztreppe genauer anschaut, wird sehr schnell erkennen, was ich meine", betont Franz Matousek. Wie die beiden Töchter ärgert er sich sehr darüber, wenn Kunden mit den Gratis-Vorplanungen einfach zu einem Billiganbieter gehen und sich dort das Objekt ihrer Begierde bauen lassen. "Das ist übrigens kein Einzelfall. In 60 Prozent aller Fälle läuft das so. Aber wir können nichts dagegen tun. Im günstigsten Fall erhalten wir die Rückmeldung von Kunden, wenn sie einräumen, an der falschen Stelle gespart zu haben", meint Franz Matousek. Ob Kunden dann wenigstens so fair sind, den Vorentwurf zu bezahlen? "Das haben wir noch nicht erlebt", antworten Vater und Töchter übereinstimmend.
Zum Klagen sehen sie trotzdem keinen Anlass. Sie haben sich mit dem Wellnesssektor einen neuen Bereich erschlossen, in dem Qualitätsprodukte aus Meisterhand gefragt sind. Und Verstärkung haben sie mit Oliver Schmidt auch bekommen. Der 27-Jährige ist natürlich vom Fach. Wenn alles glatt läuft, wird der Lebensgefährte von Nadine Matousek schon im Januar 2008 seinen Meisterbrief in den Händen halten.
Reinhard Kallenbach
Aus Rhein-Zeitung vom 03.07.2007
Zuletzt geändert am: 17.03.2010 um 12:19
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