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Verpackungsunternehmen Ball Packaging - 50 Millionen Dosen an einem Tag

Veröffentlicht von Administrator (admin) am 17.03.2010
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Gute Noten für Getränkedose

Institut überrascht mit günstiger Ökobilanz

Der Kauf von Getränkedosen galt hierzulande lange als persönlicher Beitrag zur Umweltverschmutzung - sehr zum Leidwesen der heimischen Hersteller. Eine neue Studie räumt jedoch mit alten Vorurteilen auf: Die Ökobilanz der neuen Dosengeneration sieht gut aus.

WEISSENTHURM. Das Heidelberger Institut für Energie- und Umweltforschung (Ifeu) hat eine Studie vorgestellt, die auch in Weißenthurm die Herzen höher schlagen lässt. Die überraschende Nachricht: Getränkedosen sind auf Augenhöhe mit dem Mehrwegsystem. Ifeu hatte die Ökobilanz der neuen Generation von Getränkedosen am Beispiel Bier analysiert - sie fällt deutlich besser aus als die letzte große Untersuchung von 1995.

Bei Ball Packaging weist man gern darauf hin, dass gerade in den vergangen Jahren die Herstellungsverfahren so verfeinert worden sind, dass die Vorurteile von einst nicht mehr gelten. Das ist auch am Standort Weißenthurm mit seinen 300 Mitarbeitern deutlich zu spüren. Die Kapazitäten sind ausgelastet.

Profitierte man noch vor wenigen Monaten vor allem von Aufträgen aus dem Ausland, ist jetzt auch im Inland die Nachfrage gestiegen. Und gerade die neuesten Ergebnisse über die Getränkeverpackungen für den Biermarkt dürften dazu beitragen, dass dies so bleibt. Denn beim Vergleich der Halblitergefäße sind laut Ifeu keine eindeutigen Aussagen über die ökologischen Vor- oder Nachteile einzelner Verpackungssysteme möglich. In der Ökobilanz von 1995, die heute immer noch gern zitiert wird, war noch anderes zu lesen.

Wie gut die Ökobilanz von Getränkeverpackungen ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab - und Getränk ist nicht gleich Getränk. Beim Bier kommt es zum Beispiel neben der Zahl der Wiederbefüllungen unter anderem darauf an, ob Biere national oder regional vertrieben werden.

"Werden Premiumbiere mit zentraler Abfüllung, langen Transportwegen von durchschnittlich 400 Kilometern und zehn Wiederbefüllungen betrachtet, sind alle Verpackungen in einer engen Bandbreite und ökologisch gleichwertig. Teilweise liegen bei den Getränkedosen die klimarelevanten Emissionen und Ressourcenverbräuche unter denen von Mehrweg-Glasflaschen. Sie sind unter diesen Bedingungen eine lukrative Alternative", sagt der gebürtige Koblenzer Gerrit Heske, Präsident Ball Packaging Europe.

Aus diesen Faktoren lässt sich die Faustregel ableiten, dass sich Glas-Mehrweggefäße vor allem dann lohnen, wenn regionale Märkte bedient werden müssen. Werden die Grenzen der Regionen überschritten, holt die Dose auf. Das gilt auch für den sogenannten Außerhaus- und Spontanverzehr-Markt, in dem die sogenannten Sixpacks mit Mehrweg-Glasflaschen eindeutig dominieren. "Die Zahl der Wiederbefüllungen wird hier unterschiedlich hoch eingeschätzt. Drei bis fünf dürften realistisch sein. Unter diesen Bedingungen liegen die Getränkedosen ökologisch gleichauf", erklärt Wolfgang Hinkel. Der Geschäftsführer der Ball Packaging Europe Metall sieht angesichts der überschaubaren Werte ein hohes Potenzial für Getränkedosen in diesem Bereich - zumal es eben auch für sie die Möglichkeit einer bundesweiten Rückgabe gibt und der Sortieraufwand entfällt. Diese Vorteile haben bereits bei den gewinnorientierten Handelsketten - die noch auf PET Einwegflaschen setzen - jetzt zu einem Umdenken geführt. Die Ball-Manager beobachten zufrieden, dass Getränke in Dosen wieder gern geordert werden.

"Getränkedosen können mit hervorragenden Werten bei Klimawandel und Ressourcenverbrauch punkten", betont Hinkel. "Im Vergleich zu den Mehrwegflaschen der Regionalbrauereien mit einer kurzen Distribution bis zu 100 Kilometern, einem etablierten Mehrwegpool und mindestens 25 Wiederbefüllungen liegen wir nur auf dem zweiten Platz", schränkt der Geschäftsführer ein.

Dass sich die Ökobilanz der Getränkedose verbessert hat, liegt vor allem an der intensiven Forschungs- und Entwicklungsarbeit der vergangenen Jahre. So wurde das Gewicht um etwa 25 Prozent reduziert, während die Recyclingrate auf 95 Prozent gesteigert werden konnte.    (ka)

 Auftraggeber der Studie sind die Getränkedosenhersteller Ball Packaging Europe, Crown und Rexam. Sie wurde durchgeführt vom Ifeu-Institut unter

Beachtung der internationalen DIN/ISO 14040 ff Normen. Eingebunden war auch das Öko-Institut Darmstadt.

  • 18.05.2010 © Rhein-Zeitung

 


50 Millionen Dosen an einem Tag

Ball Packaging feiert Rekord - Werk in Weißenthurm hat nach Verlusten durch das Pflichtpfand neue Märkte erschlossen
Ball Packaging hat Grund zum Feiern: In den zehn europäischen Werken des US-Konzerns liefen 2008 schon mehrfach 50 Millionen Getränkedosen an einem einzigen Tag vom Band - einer der Standorte ist Weißenthurm im Kreis Mayen-Koblenz. Ein großer Teil der hier hergestellten Produkte geht heute nach Osteuropa.
WEISSENTHURM. Ein Industriebetrieb lädt zum Fußballturnier: 16 Werksmannschaften aus sechs Nationen standen sich vor Kurzem beim ersten "Euro Cup" von Ball Packaging Europe in Mülheim-Kärlich gegenüber. Ausgerichtet wurde das Turnier vom Weißenthurmer Werk des amerikanischen Konzerns, in dem 290 Mitarbeiter beschäftigt sind - gefeiert wurde damit auch ein unternehmensinterner Rekord. Schon mehrfach ist es den zehn europäischen Produktionswerken in diesem Jahr gelungen, die Zielmarke von täglich 50 Millionen produzierten Getränkedosen zu übertreffen. Eine unglaubliche Zahl - aneinandergereiht würden die Behälter über 5500 Kilometer von London bis New York oder von Frankfurt bis nach Islamabad (Pakistan) reichen.

Jährlich rund 50 Milliarden Getränkedosen werden in Europa abgesetzt, mehrheitlich wird der Markt von vier Großproduzenten bedient - neben Ball sind das die Unternehmen Rexam, Crown und Can-Pack. Rund ein Viertel aller abgefüllten Getränkedosen geht allein in den britischen Markt. In Deutschland ist der Getränkekonsum aus Dosen mit der Einführung des Pfands auf Einweggetränke am 1. Januar 2003 regelrecht eingebrochen: Statt jährlich sechs Milliarden werden heute nur noch 500 Millionen Einheiten verkauft.

An dem Werk im Kreis Mayen-Koblenz ging das nicht spurlos vorüber. "In Weißenthurm lag die Werksauslastung vor der Pflichtpfandeinführung bei nahezu 90 Prozent, der Exportanteil betrug 13 Prozent", erinnert sich Deutschland-Finanzchef Wolfgang Hinkel. In den Jahren 2003 bis 2005 ging die Auslastung massiv zurück. Heute ist das Weißenthurmer Werk, das einen Großteil des benötigten Stahlblechs aus der benachbarten Andernacher Rasselstein-Produktion erhält, zwar wieder besser ausgelastet - allerdings nur dank eines erheblich höheren Exportanteils von mittlerweile 85 Prozent.

Zu den Auswirkungen der höheren Exportquote gehören gesunkene Margen - die Frachtkosten für die Ausfuhr der Weißenthurmer Getränkedosen spiegeln sich hier wider. Dass der Aufkauf der drei ehemaligen Schmalbach-Lubeca-Dosenwerke in Weißenthurm (heute 230 Produktions- und 60 Verwaltungsmitarbeiter), Hassloch/Pfalz (170 Produktionsmitarbeiter) und Hermsdorf/Sachsen-Anhalt (180 Produktionsmitarbeiter) im Jahr 2002 durch den amerikanischen Ball-Konzern bis heute keine Werksschließung mit sich gebracht hat, war Hinkel zufolge seinerzeit nicht absehbar: "Wir haben fest damit gerechnet, dass nach der Pfandeinführung eines der Werke geschlossen werden muss", sagt der Ball-Manager.

Heute sichern vor allem die Märkte im Osten die Existenz der drei deutschen Ball-Produktionswerke: Die Mehrzahl der in Weißenthurm produzierten Einheiten - maximal zwei Milliarden Dosen können hier jährlich auf drei Produktionslinien hergestellt werden - wird nach Osteuropa exportiert, rund sieben Milliarden Getränkedosen werden dort jährlich nachgefragt.

2007 hat dies Ball Packaging Europe ein zweistelliges Wachstum auf den Märkten im Osten beschert - für das Weißenthurmer Werk bedeutet auch ein in Zukunft wohl moderateres Wachstum in Osteuropa Zukunftssicherung: "Mit einem dortigen Marktwachstum von jährlich sechs Prozent können wir hier sehr gut leben", stellt der Deutschland-Finanzchef fest. Auf dem heimischen Getränkedosenmarkt setzt er auf das Brauerei-Abfüllgeschäft - da gebe es trotz der Pfandeinführung noch Chancen für ein Comeback der Weißenthurmer Getränkedose.

   Thorsten Keller

10.10.2008 © Rhein-Zeitung

 

Hier die wichtigsten Daten von Ball Packaging:

Spezialität: Herstellung von Getränkedosen

Sitz: Weißenthurm (Kreis Mayen-Koblenz)

Gründung: 1970 als Werk von Schmalbach-Lubeca

Übernahme: 2002 durch den US-Konzern Ball Corp.

Mitarbeiter: 290

Jahresumsatz: rund 140 Millionen €

Exportanteil: 85 %

Kammer: Industrie- und Handelskammer Koblenz

Internetadresse: www.ball-europe.de

Die Trinkdosen kommen wieder
Weißenthurmer Verpackungshersteller Ball Packaging Europe verzeichnet 30 Prozent mehr Umsatz - 34 neue Arbeitsplätze
Die Dose hat doch nicht ausgedient, im Gegenteil: Das Herstellerwerk des Unternehmens Ball Packaging Europe in Weißenthurm hat seinen Umsatz 2006 um 30 Prozent gesteigert. Der Erfolg des weltweit agierenden amerikanischen Unternehmens macht sich auch in der Region bemerkbar.

WEISSENTHURM. Die Einführung des Dosenpfands 2003 sorgte in Weißenthurm für besonders großen Unmut - denn sie wirkte sich direkt auf den Haushalt der seit Jahren verschuldeten Gemeinde aus. Als die Getränkedose plötzlich kein unkomplizierter Wegwerfartikel mehr war, verschwand sie aus den Regalen vieler Lebensmittelketten. Im Weißenthurmer Werk der Ball Packaging Europe ging die Produktion zurück - genauso wie die Zahl der Arbeitsplätze im Unternehmen. Jetzt beobachten die Hersteller eine Trendwende.

"Die Nachfrage ist gestiegen. Wir brauchen jede Dose, die wir produzieren können", erklärt Pressesprecherin Sylvia Blömker. Auch der Werkleiter in Weißenthurm, Jürgen Kramb, bewertet die Entwicklung positiv: "Wir haben 30 Prozent mehr Umsatz gemacht." 1,6 Milliarden Dosen wurden 2006 in Weißenthurm produziert. Sie werden vor allem ins europäische Ausland geliefert, etwa nach Ungarn, Frankreich und Spanien. Nur in Deutschland hat die Dose sich noch nicht wieder etabliert. "Das geht nur in kleinen Schritten. Ich gehe aber davon aus, dass auch hier der Konsum wieder steigt", meint Kramb. Der gute Absatz im Ausland hat dazu geführt, dass in Weißenthurm zum Anfang des Jahres 34 Mitarbeiter eingestellt wurden, 184 sind es nun insgesamt. Als die Dose von 2003 bis 2005 aus den Regalen verschwand, waren in Weißenthurm 50 Stellen eingespart worden, eine von drei Produktionslinien stand still.

Doch nicht allein die gestiegene Nachfrage im Ausland treibt die Produktion in Weißenthurm wieder in die Höhe. Im vergangenen Jahr war das Schwesterwerk im pfälzischen Haßloch zum Teil abgebrannt. Deshalb mussten mehr Getränkeverpackungen in Weißenthurm hergestellt werden. Voll ausgelastet ist das Werk aber noch nicht, denn es wäre in der Lage, insgesamt zwei Milliarden Dosen zu produzieren.

Auch die Fußballweltmeisterschaft hat der Dose Auftrieb gegeben. Gerade in den Ländern der Finalisten, Frankreich und Italien, sei der Absatz "hervorragend" gewesen, so die Pressesprecherin. Werkleiter Kramb hofft, dass 2007 etwas mehr als 1,6 Milliarden Stück das Weißenthurmer Werk verlassen. "Die Dose kommt wieder, aber die Discounter in Deutschland verkaufen noch immer mehr PET-Flaschen." Auch eine Folge des "völligen Durcheinanders", das mit dem Dosenpfand entstand, meint Pressesprecherin Blömker.

Dass Dosen anfangs nur dort abgegeben werden konnten, wo sie gekauft wurden, habe dem Markt sehr geschadet. Nachdem am 1. Mai 2006 ein einheitliches Rücknahmesystem eingeführt worden ist, findet die Dose langsam wieder zurück in die Supermarktregale. Deshalb hält Werkleiter Kramb die Zukunft des Weißenthurmer Werks auch "für gesichert" - zumindest für die mittlere Zukunft.

Weißenthurms Bürgermeisterin Gertrud Wagner teilt die Freude über den neuen Erfolg. Auch diese Entwicklung habe dazu beigetragen, dass das seit Langem verschuldete Weißenthurm sich 2006 über deutlich höhere Einnahmen aus der Gewerbesteuer freuen konnte.   
Rena Lehmann
(Aus der Rhein-Zeitung vom 03.03.07)

Die Dosenfabrik ist im Aufwind
Weißenthurm übernimmt Haßlocher Produktion

WEISSENTHURM. Des einen Leid, des anderen Glück: Nach dem Großbrand einer Dosenfabrik von Ball Packing Europe in Haßloch will das Unternehmen die Produktion zum Teil an den Standort Weißenthurm verlagern. Zusätzlicher Hoffnungsschimmer für die 240 Beschäftigten, die nach der Dosenpfand-Einführung mehrfach in Kurzarbeit gehen mussten, ist zudem die neue Rücknahmeverordnung für Einwegdosen, die am 1. Mai in Kraft tritt.

Während seit vergangenem Samstag im Haßlocher Dosenwerk von Ball Packing Europe, nach eigenen Angaben einer der führenden Hersteller für Getränkedosen in Europa, wegen eines Großbrandes die Produktion stillsteht, dürfen die 240 Beschäftigten am Standort Weißenthurm vielleicht sogar mit Überstunden rechnen. "Wir denken darüber nach, die in der Pfalz weggefallenen Kapazitäten zum Teil nach Weißenthurm zu verlegen", sagt Sylvia Blömker, Pressesprecherin von Ball Packing Europe, auf RZ-Nachfrage. Hoffnungsschimmer für die Belegschaft in Weißenthurm, die in den vergangenen Monaten immer wieder in Kurzarbeit gehen musste. Im Zuge der Einführung des Dosenpfandes waren zudem 50 der ursprünglich 390 Beschäftigten entlassen worden.

Dass die verbliebenen Mitarbeiter auf eine bessere Zukunft hoffen dürfen, dafür spricht nach Einschätzung von Blömker auch die neue Rücknahmeverordnung für Einwegdosen, die am 1. Mai in Kraft tritt. Diese, so die Pressesprecherin von Ball Packing Europe, werde das Dosengeschäft in Deutschland aller Voraussicht nach wieder ankurbeln. Blömker: "Wir gehen davon aus, dass etliche Handelsketten Getränkedosen wieder in ihr Sortiment integrieren werden." Das werde sich natürlich auch auf die Produktion von Getränkedosen auswirken.

Kernbestandteil der Rücknahmeverordnung ist ein einheitliches Rücknahmesystem. Demnach können Kunden Getränkedosen künftig überall dort zurückgeben, wo Dosen auch in den Verkaufsregalen stehen - unabhängig davon, wo sie gekauft wurden.   
Annette Herrmann
(Aus Rhein-Zeitung vom 8.4.2006)

 

Zuletzt geändert am: 20.05.2010 um 15:09

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